Gynäkologische Ultraschalluntersuchung
Die Vaginalsonographie ist das Verfahren der Wahl,
um die Organe des kleinen Beckens in optimaler Weise darzustellen.
Mit einem Sektorschallkopf (Öffnungswinkel 90 bis 180 °)
sind die Strukturen darstellbar. Alternativ (Vaginalschallkopf
nicht anwendbar bei intaktem Hymen oder vaginalen Stenosen)
ist der transabdominelle Zugang (analog der Ultraschalluntersuchung
in der Schwangerschaft) mit Sektor- oder curved array Schallköpfen
zu wählen. Nachteilig wirkt sich hier die erforderliche
Harnblasenfüllung (Schallfenster) und die geringere Schallkopffrequenz(3,5
- 5 MHz) aufgrund der notwendigen Eindringtiefe aus.
Die gynäkologische Ultraschalluntersuchung
dient der Darstellung von Gebärmutter, Eileiter und
Eierstöcken bds. sowie der umgebenden Strukturen (Harnblase
und Douglas’scher Raum). Sowohl die physiologischen
Veränderungen der einzelnen Organe im Laufe des Lebens
einer Frau, als auch atypische Ausbildung der einzelnen Organe,
wie auch pathologische Veränderungen lassen sich dadurch
mit hoher Detailgenauigkeit erkennen. Neben einer Variabilität
der Grösse und äusseren Form sind Lagevarianten
und Strukturanomalien zu erkennen. Zur Verbesserung der Dignitätsbeurteilung
wird die farbcodierte Dopplersonographie zur Beurteilung
des Durchblutungsgrades und Musters verwendet. Darüber
hinaus können Spectraldopplersonographisch Flussmuster
und Geschwindigkeiten zur Differenzierung von gut- wie bösartigen
Veränderungen verwendet werden. Diese Ergebnisse finden
Eingang in die Therapieplanung Eingang finden.
Mammasonographie:
Die sonographische Darstellung der weiblichen Brust einschließlich
der Achselhöhle stellt ein etabliertes diagnostisches
Verfahren dar. Sie gewinnt zusätzlich zur Mammographie
(Röntgenuntersuchung) und der Magnetresonanztomographie
der Brust zunehmend an Bedeutung. Als aussagekräftiges,
technisch einfaches, kostengünstiges, nicht invasives
und für die Patientin schmerzloses Verfahren hat sich
die Sonographie im Kreis der bildgebenden Verfahren der Brust
als sinvolle Erweiterung des diagnostischen Spektrums etabliert.
Vorteile
der Mammasonographie:
Die Mammasonographie ist ein wichtiges Verfahren in der Diagnostik
- eines "dichten" Drüsenkörpers
- bei prämenopausalen Frauen, insbesondere bei mastopathischen
Veränderungen
- bei postmenopausalen Frauen, die mit Hormonen behandelt
u. U. den dichten Drüsenkörper der jüngeren
Frau beibehält
- Nichtinvasivität, Schmerzlosigkeit, gute Reproduzierbarkeit,
Kosten
Einschränkungen
der Mammasonographie:
Die Diagnose von gruppierten Mikroverkalkungen der
Brust ist im Gegensatz zur Mammographie durch die Mammasonographie
als Schnittbildverfahren schlechter möglich. Dies ist
auch von der moderneren Variante der Ultraschalluntersuchung
der Brust (3-D-Sonographie) nicht zu erwarten und auch nicht
Ziel dieser Untersuchungsart.
Untersuchungsziel:
- Beurteilung von Menge und Textur des Brustdrüsengewebes
- Nachweis von Gewebsveränderungen (Knoten, Tumore)
- Lokalisationsdiagnostik
- Dignitätseinschätzung (incl. Durchblutungsdiagnostik)
- Nachweis der Multilokalität
- Beurteilung der Axilla
- präoperative sonographisch gestützte Markierung
- Kontrolle bei Biopsie und/oder Punktion
- postoperative Überwachung
- Vorsorgeuntersuchung (Screening)
Technische Voraussetzungen:
Zur sonographischen Untersuchung der Brust (nur
wenige cm Eindringtiefe) kommen elektronische Liniarrschallköpfe
mit hohen Ultraschallfrequenzen (7,5 bis 14 MHz) zum Einsatz.
Die Auflagebreite dieser Schallköpfe beträgt 4
bis 5 cm. Zusätzlich zur konventionellen bidirektionalen
farbcodierten Dopplersonographie läßt sich der
Blutfluss in unidirektionaler Weise (Powerdoppler, Angiomode)
noch sensitiver darstellen. Die Verwendung einer Positionselektronik
erlaubt die dreidimenisionale Darstellung der Brust und Achselhöhle
in beliebiger Schnittführung.
Indikationen
zur Durchführung
der Mammasonographie:
tastbarer Knoten in der Brust oder der Axilla Mammographisch
oder kernspintomographisch suspekter Befund: Nachweis von
weiteren „stummen“
Befunden Sekretion oder Blutung aus der Brustwarze Vorsorgeuntersuchung
von Frauen mit erhöhtem Risiko für Brustkrebs,
z. B. gehäuftes familiäres Vorkommen eines Mammakarzinoms
(alle 6 Monate) Kontrolle von Befunden, die nicht primär
operiert wurden (Fibroadenom), um ein gesteigertes Wachstum
auszuschließen Kontrolluntersuchungen unter verschiedenen
Therapieformen Nachsorge nach Mammakarzinom entzündliche
Veränderungen der Brust geplanter operativer Eingriff
an der Brust postoperative Diagnostik von operationsbedingten
Komplikationen (Hämatom, Serom)
Implantatkontrolle (Silikonprothese) Mastodynie, Mastopathie.
Durchführung
der Mammasonographie:
Die klinische Untersuchung der Brust geht der Mammasonographie
stets voraus. Die Ultraschalluntersuchung erfolgt grundsätzlich
an beiden Brüsten und beiden Achselhöhlen. Die
Durchmusterung des Brustdrüsengewebes kann in meanderförmiger
Bewegung von oben innen nach unten außen erfolgen oder
- wie von uns bevorzugt - radiärer Analyse der einzelnen
Brustdrüsenläppchen, ausgehend von der Mamille.
Zum Abschluss erfolgt die sorgfältige Durchmusterung
der Achselhöhle in mehreren Ebenen.
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